Batiso®
Funktion
Bei Anordnung der wasserführenden Rohre in der Mitte der Betondecke, wird die Speicherwirkung der Bauteilmasse maximal genutzt. Strömt temperiertes Wasser vorzugsweise nachts durch die im Beton verlegten Rohre, wird Kälte bzw. Wärme in die Decke oder Wand eingespeichert. Die Nutzwirkung im Raum tritt Zeit verzögert ein und ist im Wesentlichen vom Speicherzustand und der bestehenden Raumtemperatur abhängig (Selbstregeleffekt).
Dynamisches Verhalten:
Messergebnisse aus einem Versuch mit einer stationären Wärmelast 35 W/m² während 10 h Arbeitszeit, Fußboden und Decke temperiert, Hohlraumboden mit Teppichbelag, Temperierungszeit der Betondecken nachts 18:00 – 8:00 Uhr
Die Wirkungsweise beruht ebenso wie bei den Kühl-/Heizdecken nach dem Prinzip der Strahlungskühlung und Strahlungsheizung.
Für eine gute Funktion des Systems muss besonders auf eine hydraulisch ausgewogene Anlage und eine speicherorientierte Regelungs- und Steuertechnik geachtet werden. Auf Wunsch arbeiten wir für Sie eine objektbezogene Regel- und Steuerungsstrategie aus. Neben dem Basissystem der Betonkerntemperierung, den so genannten thermisch aktiven Decken und Wänden (BATISO) gibt es folgende
Technik
Die Rohrregister, bestehend aus vernetzten Polyethylen-Rohren (PEX) und Trägermatten werden je nach den örtlichen Möglichkeiten in einer mobilen Fertigungsanlage hergestellt. Unmittelbar nach Einbringung der unteren Bewehrungslage werden die vormontierten Register nach Plan an der Verwendungsstelle verlegt und nach Fertigstellung der oberen Bewehrungslage in der Mitte der neutralen Zone der Decke positioniert. Die Rohrregister werden anschließend durch Verdrillen an speziellen Abstandsböcken gegen Aufschwimmen gesichert. Die Rohrmäander stehen während den Verlegearbeiten und beim Betonieren unter mind. 6 bar Luftinnendruck.
Das verwendete Wasserrohr
Kunststoffrohr aus vernetztem Polyethylen , sauerstoffdiffusionsdicht (koextrudierte Sauerstoffsperrschicht EVAL) Vorschriften: DIN 4726, DIN 4729, DIN 16892, Standard Rohrdurchmesser 17 und 20 mm. Die Verbindung der Rohrenden mit den Verteilleitungen erfolgt über eine unlösbare Schiebehülsen-Pressmuffe. Damit sind praktisch alle Übergänge zu anderen Materialien oder zu Absperrventilen herstellbar.
Wasserkreis
Der Druckverlust je Wasserkreis beträgt bis 25 kPa (Empfehlung Zent-Frenger). Die einzelnen Wasserkreise werden so dimensioniert, daß gleich große Widerstände entstehen. Einzelne Kühlkreise werden gekennzeichnet und paarweise in die vorbereiteten Auslasskästen eingeführt und gegen eindringenden Beton abgedichtet.
Druckprüfung
Während der Verlegung und dem Betonieren werden die Rohre einer Druckprobe von 6 bar unterzogen. Die patentierte Druckhaltetechnik mit in den Rohrenden eingebauten Druckluftventilen ermöglicht praktisch zu jeder Zeit eine Kontrolle des Innendruckes.
Rohrausleitung aus der Betondecke
Die Rohrenden für Vor- und Rücklauf eines Wasserkreises werden über einbetonierte Kunststoffkästen aus der Betondecke geführt. Die Schaltafeln müssen zu diesem Zweck nicht durchstoßen werden, weil das verschlossene Rohrende bis zum Ausschalen im Kasten verbleibt. Nach dem Ausschalen können die Rohrenden an die Versorgungsleitungen angeschlossen werden.
Sichtabnahme vor Betonieren
Vor dem Vergießen der Decken mit Beton erfolgt für den jeweiligen Bauabschnitt eine Abnahme durch die Bauleitung der Rohbaufirma.
Entlüftungseinrichtung
Jeder Wasserkreis kann über einen KFE Hahn einzeln entlüftet werden.
Lebensdauer / Gewährleistung
Für das beschriebene Rohr liegen Ergebnisse eines Langzeitfestigkeitsversuches über mehr als 15 Jahre bei 95°C und 9 bar Betriebsbedingungen ohne jede Zustandsveränderung vor. Daraus lässt sich auf eine Dauer der Lebenszeit entsprechend der des Gebäudes selbst schließen.









